Qualitätssicherung für Biomonitoringlaboratorien

Gemäß der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) ist Biomonitoring Bestandteil der arbeitsmedizinischen Vorsorge, soweit dafür arbeitsmedizinisch anerkannte Analysenverfahren und geeignet Werte zur Beurteilung zur Verfügung stehen. Die Arbeitsmedizinische Regel „Biomonitoring“ (AMR 6.2) konkretisiert die Anforderungen, die aus der ArbMedVV resultieren: „Für die Durchführung der Analytik gelten die allgemeinen Anforderungen an die Kompetenz der Laboratorien. Wenn der Arzt oder die Ärztin im Rahmen des Biomonitorings analytische Leistung in Anspruch nimmt, hat er oder sie sich davon zu überzeugen, dass das von ihm oder ihr beauftragte Laboratorium über die entsprechende Fachkunde und apparative Ausstattung verfügt und Methoden zur Qualitätssicherung nach dem Stand der Technik einsetzt.“


Lange bevor die Aufgaben der Arbeitsmedizinerin bzw. des Arbeitsmediziners hinsichtlich des Biomonitoring durch die ArbMedVV und der AMR 6.2 konkretisiert wurden, war sich die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin den Anforderungen, die den Kolleginnen und Kollegen im Rahmen des Biomonitorings gestellt werden, bereits bewusst. Ebenso war man sich der Konsequenz bewusst, dass für die arbeitsmedizinischen Biomonitoringparameter, die grundsätzlich nicht von dem Leistungsspektrum der allgemeinen klinischen Diagnostik abgedeckt werden und somit auch nicht Bestandteil der Qualitätssicherungsprogramme der klinischen Chemie sind, ein eigenes Qualitätssicherungsprogramm benötigt wird.


Bereits 1982, und damit kurz nach der Ableitung und Veröffentlichung der ersten Biologischen Arbeitsstoff-Toleranzwerte, wurde deshalb der erste Ringversuch für Biomonitoringlaboratorien im Auftrag der DGAUM durchgeführt. Darin wurden die Qualitätsüberwachung für 10 Metalle und 2 Parameter für organische Belastungen in Urin angeboten. Im darauffolgenden Jahr wurde das Parameterspektrum bereits erweitert und auch die Qualitätssicherung für die Bestimmung von drei Metallen in Blut angeboten. Seitdem haben sich das Parametersprektrum sowie die Ausrichtung des Qualitätssicherungprogrammes weiter verändert. Markante Veränderungen waren dabei die Erweiterung des Angebotes auf Parameter im umweltmedizinischen Konzentrationsbereich im Jahre 1992 sowie die Internationalisierung des Programmes. Mit der globalen Ausrichtung erhielt das Ringversuchsprogramm den  Namen „German External Quality Assessment Scheme“ (GEQUAS) und baute ein eigenes englischsprachiges Web-Portal auf, über welches Informationen bekannt gegeben werden, Teilnehmer ihre Bestellungen abgeben und schließlich auch  ihre Ergebnisse einreichen.


Nach der Arbeitsmedizinischen Regel 6.2 „Biomonitoring“ kann die Ärztin bzw. der Arzt „davon ausgehen, dass die von einem externen Laboratorium ermittelten Ergebnisse valide sind, wenn dieses Laboratorium ein gültiges Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme an entsprechenden Ringversuchen zum Beispiel der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. nachweisen kann.“


Aktuell bietet das GEQUAS-Programm halbjährlich Ringversuche für 153 Biomonitoringparameter an. Daran nehmen jeweils über 200 Laboratorien aus allen Erdteilen teil, etwa ein Viertel davon aus Deutschland. Informationen zu dem Programm sowie zu den Toleranzbereichen, die in aktuellen Ringversuchen von den Teilnehmern eingehalten werden müssen, um ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme zu erhalten, finden Sie unter www.g-equas.de.