17.06.2013

Forschungsprojekt der DGAUM -Arbeitsmedizin im Nationalsozialismus:

Ernst Wilhelm Baader und die Arbeitsmedizin im Nationalsozialismus zwischen 1933 bis 1945

Wie vielen anderen medizinischen Disziplinen, so fiel auch der Arbeitsmedizin während der Zeit des „Dritten Reiches“ eine besondere Rolle zu, wenn es galt, die Ideologie des nationalsozialistischen States in die alltägliche Praxis der Lebens- und Arbeitswelt seiner Bürger zu überführen. Obwohl die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) formal keine NS Vergangenheit hat, da diese erst 1962 gegründet wurde, hat der Vorstand der DGAUM sich dennoch entschlossen, ein medizinhistorisches Forschungsprojekt zu initiieren und gemeinsam mit der Ernst Wilhelm Baader-Stiftung zu finanzieren, in dessen Mittelpunkt der Gründungspräsident der wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaft, Ernst Wilhelm Baader, sowie dessen Aktivitäten im Kontext der Arbeitsmedizin des nationalsozialistischen Deutschlands zwischen 1933 und 1945 stehen. Auf der Basis umfangreicher archivalischer Quellen ist es den Erlanger Medizinhistorikern Professor Dr. Karl-Heinz Leven und Philipp Rauh, M.A., während ihrer zweijährigen Forschungsarbeit zwischen 2011 und 2013 gelungen, ein differenziertes Bild des Wirkens von E.W. Baader herauszuarbeiten, wobei weniger die Verbrechen der NS-Medizin, sondern viel mehr Fragen nach dem Selbstverständnis von Interessengruppen, die Medizin- und Wissenschaftspolitik sowie die Handlungsoptionen von Menschen in einem totalitären System interessierten. Die Studie ist soeben im Verlag Peter Lang, Frankfurt/M., erschienenen unter dem Titel: „Ernst Wilhelm Baader (1892-1962) und die Arbeitsmedizin im Nationalsozialismus“ und über den Buchhandel zu beziehen (€ 46,95).


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