Grußwort des Stv. Hauptgeschäftsführers der DGUV, Dr. rer. nat. Walter Eichendorff

© DGUV Stephan Floss Fotografie

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer,

mit den drei Schwerpunktthemen Arbeiten im Alter, Arbeit im Gesundheitswesen und Arbeit mit chronischen Erkrankungen greift die DGAUM in ihrer 58. Wissenschaftlichen Jahrestagung drei sehr aktuelle Themen auf, die auch für die Präventionsarbeit der Unfallversicherungsträger von großer Bedeutung sind.

Arbeiten im Alter - die Menschen werden älter und damit kann ihre Leistungsfähigkeit sowohl in geistiger als auch körperlicher Hinsicht nachlassen und die Morbidität steigen. Auf der anderen Seite darf man aber auch nicht vergessen, über welch großen Erfahrungsschatz sie verfügen, der für die Betriebe einen wesentlichen Faktor für den zukünftigen Erfolg bedeutet. Gesund Arbeiten ein Leben lang ist deshalb auch eine wichtige Prämisse für Präventionsarbeit der gesetzlichen Unfallversicherung.

Arbeit im Gesundheitswesen ist körperlich und mental anspruchsvoll und verlangt allen Beschäftigten in diesem Bereich viel ab. Hier arbeiten diejenigen, die sich um die Gesundheit und das Wohlergehen der ihnen anvertrauten Personen kümmern. Doch was ist mit ihrer eigenen Gesundheit? Nicht minder ist auch hier – trotz vielfältiger Erfolge in den letzten Jahrzehnten – zukünftig die gemeinsame Präventionsarbeit in besonderem Maße gefordert.

Die Zunahme chronischer Erkrankungen, wie Diabetes, Allergien, Krebs oder auch Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen stellt weltweit zweifelsfrei die größte Herausforderung für die Prävention dar, da immer mehr Beschäftigte betroffen sind. Die Zunahme chronischer Erkrankungen stellt besondere Anforderungen an die Arbeitsmedizin und die Unfallversicherungsträger gleichermaßen. Gemeinsames Ziel muss es einerseits sein durch effiziente Prävention die beruflich bedingte Entstehung chronischer Erkrankungen zu vermeiden. Darüber hinaus muss es aber auch gemeinsames Ziel sein, erkrankte Beschäftigte bestmöglich in ihrem Arbeitsalltag zu unterstützen und zu begleiten. Möglich ist das häufig nur, wenn alle Protagonisten in den Betrieben mit der Problematik vertraut sind und die Arbeits- und Betriebsmediziner, aber auch die Unfallversicherungsträger aktiv unterstützen. Ganz im Sinne der neuen Präventionskampagne kommmitmensch der gesetzlichen Unfallversicherung brauchen wir eine gemeinsame und von allen Akteuren getragene Präventionskultur, um uns den Herausforderungen der chronischen Erkrankungen zu stellen.

Das Thema des Arbeitsmedizinischen Kolloquiums der DGUV, das wir traditionell im Rahmen der wissenschaftlichen Jahrestagung veranstalten, wird die Vision Zero sein. Mit der Vision Zero haben sich die Unfallversicherungsträger für die kommenden Jahre ein wiederum noch ehrgeizigeres Ziel für ihre Präventionsarbeit gesetzt: Die Vision Zero ist die Vision einer Welt ohne Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen. Höchste Priorität hat dabei die Vermeidung tödlicher und schwerer Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten. Eine umfassende Präventionskultur hat die Vision Zero zum Ziel. Möglich werden kann dies nur, wenn alle Beteiligten, also Staat, Unternehmen aber auch die oder der Einzelne Verantwortung für sich und ihr Handeln übernehmen, sich also die Verantwortung teilen.

Zugegebenermaßen ist dies ein sehr ehrgeiziges Ziel, für manche scheint es vielleicht gar unmöglich. Ich bin aber der Überzeugung, dass wir an einem Punkt in der Prävention angekommen sind, an dem wir uns Ziele setzen müssen, die langfristig unser strategisches Handeln prägen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihrer Tagung einen informativen Austausch, spannende Gespräche und viele neue Impulse für Ihr weiteres betriebliches, wissenschaftliches und ärztliches Handeln vor Ort. Lassen Sie uns die 58. Wissenschaftliche Jahrestagung der DGAUM gemeinsam nutzen, Prävention noch besser zu machen und dem Ziel einer Welt ohne Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen noch näher zu kommen.

Ihr Dr. Walter Eichendorf

 

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