Grußwort des Tagungspräsidenten und Programm-Teams, Prof. Dr. med. Peter Angerer

© Irene Wegling, Medienzentrale UKD

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

auch und gerade wenn sich die Arbeitswelt verändert, steht die Arbeitsmedizin vor neuen Herausforderungen. Mit der Verschärfung der internationalen wirtschaftlichen Konkurrenz und mit der Digitalisierung ändern sich auch die Anforderungen an die Beschäftigten; sie nehmen qualitativ und quantitativ tendenziell zu. Das betrifft jüngere, in besonderem Maße aber ältere Beschäftigte.

Bereits gesundes Altern geht mit einem Verlust von Ressourcen einher - auch wenn manche Aufgaben bei größerer Erfahrung leichter fallen; mit dem Altern nehmen aber auch chronische Erkrankungen zu, die die Kräfte weiter einschränken. Mithalten mit dem hohen Tempo unserer Arbeitswelt kann daher für ältere und gesundheitlich eingeschränkte Personen schwierig werden; gleichzeitig erfordert der demographische Wandel, dass diese Personen weiter arbeitsfähig bleiben.

Unterstützung in diesem Problemfeld erfordert sowohl ein tieferes Verständnis für die gesundheitliche Situation der betroffenen Person als auch für die Anforderungen des Betriebs sowie ein großes Vertrauen beider Seiten - Qualitäten über die (fast) nur Betriebsärzte/-innen verfügen. Daher ist dieses Thema - Arbeiten im Alter und Arbeiten mit chronischen Erkrankungen - ein Betätigungsfeld für unser Fach mit wachsender Bedeutung. Das wissenschaftliche Programm der Jahrestagung reflektiert aber auch den Forschungsbedarf auf diesem Gebiet, z.B. bei Themen wie der Rückkehr zur Arbeit nach schweren psychischen Erkrankungen oder das Selbstmanagement chronischer Erkrankungen am Arbeitsplatz.

Mit medizinisch-technischem Fortschritt und einer immer leistungsstärkeren Medizin auf der einen Seite, dem Älter- und Kränkerwerden der Bevölkerung auf der anderen erhöht sich der Druck auf das Gesundheitswesen. Vielfach wird von Seiten der Betriebsärzte/-innen, der Beschäftigten, aber auch der Patienten und Angehörigen eine Verschärfung der Arbeitssituation wahrgenommen. Bemühungen um gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen oder individuelle Gesundheitsförderung scheitern u.U. bereits daran, dass den Beschäftigten schlicht die Zeit fehlt, an Aktivitäten teilzunehmen. Gleichzeitig bestehen bekannte Gesundheitsgefährdungen weiter, durch Infektionen, Gefahrstoffe, ionisierende Strahlung, schweres Heben und Tragen oder Schichtarbeit. Hier ist die Arbeitsmedizin gefordert, wissenschaftlich fundierte Lösungen zu erarbeiten. Dass diese Herausforderung bei den Forschenden angekommen ist, spiegelt sich in den zahlreichen Beiträgen zum Thema Arbeit im Gesundheitswesen wider.

Viele Probleme sind aber nicht auf individualmedizinischer oder unterer organisationaler Ebene zu lösen. Daher haben wir in einem speziellen Symposium am Freitagvormittag Raum geschaffen für eine Diskussion zwischen allen Beteiligten bis hinein in Klinikumsleitungen und Gesundheitspolitik, um den Dialog zwischen "Basis" und "Spitze" über ein gesundheitsstiftendes Gesundheitswesen - für Beschäftigte wie für Patienten - anzustoßen.

Auch im Bereich Umweltmedizin ist unsere Fachgesellschaft wissenschaftlich und praktisch - hier im Sinne von Politikberatung - gefordert. Das Ignorieren von Umweltfakten durch die US-amerikanische Regierung, der Dieselskandal und die Diskussion über Fahrverbote zeigen die Brisanz des Themas - aber auch die Notwendigkeit einer durch Forschung begründeten Risikoabschätzung. Dem wird das Programm Rechnung tragen, indem das Forum der AG Umweltmedizin besonderen Raum erhält, durch einen umweltmedizinischen Eröffnungsvortrag, der den Blick auf das globale Geschehen zu erweitern hilft, und durch viele gute Beiträge im wissenschaftlichen Hauptprogramm.

Nicht zuletzt - als Gäste haben die DGUV, der DVfR, die VBG, der VDSI (gemeinsam mit der DGAUM) und die Aussteller - eigene Veranstaltungen für alle Kongressteilnehmer zusammengestellt, die eine große Bereicherung für die Jahrestagung darstellen.

Herzlich danken möchten wir an dieser Stelle den engagierten Kolleginnen und Kollegen, die mit ihren wissenschaftlichen und praxisbezogenen Beiträgen das Programm der Jahrestagung prägen - und es zu einem attraktiven Ereignis werden lassen.

Herzlichen Dank für die hochprofessionelle, effiziente Arbeit auch an die Geschäftsstelle der DGAUM, namentlich an Herrn Dr. Nesseler, Frau Ahner und Frau Kramer, und an die RG Kongressorganisation, die uns im Programm-Team die Arbeit sehr erleichtert haben.

Wenn uns der Münchener Himmel dann im März noch ein paar Sonnenstrahlen schenkt...aber auch wenn nicht: Die Freude, zusammenzukommen, zu lernen und auch ein bisschen zu feiern wird genügend Sonnenschein erzeugen.

In diesem Sinne freuen wir uns auf Ihr Kommen.

Herzliche Grüße

Peter Angerer und das Programm-Team


Prof. Dr. med. Peter Angerer
Kongresspräsident DGAUM Jahrestagung 2018
Direktor des Instituts für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Centre for Health and Society, Medizinische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Universitätsstraße 1
40225 DÜsseldorf
Tel.: 0211 / 8114721
Fax: 0211 / 8115334
E-Mail: peter.angerer@uni-duesseldorf.de

 

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