15.03.2017

DGAUM 2017: Maritime Medizin - aktuelle gesundheitliche Belastungen und Beanspruchungen in der modernen Seeschifffahrt und in der Offshore-Windindustrie


Hamburg, 15.03.2017 - In einer zunehmend globalisierten Welt stellen sich für die moderne Seeschifffahrt vielgestaltige Herausforderungen. Handelsschiffe sind heutzutage in der Lage, große Gütermengen mit immer weniger Personal, höherer Arbeitsverdichtung und kürzeren Liegezeiten über weite Strecken zu transportieren. Durch zunehmende Ökonomisierung in der Schifffahrt und die starke Abhängigkeit von der konjunkturellen Situation haben die psychischen und physischen Belastungen von Schiffspersonal aktuell deutlich zugenommen. Unverändert ist die Schifffahrt durch zahlreiche arbeitsbedingte Gesundheitsrisiken geprägt, etwa hohe Unfallraten, Schichtarbeit, Schiffsunglücke, Piraterie und sehr eingeschränkte medizinische Versorgung an Bord. Hinzu kommt, dass ein gesundheitsförderlicher Lebensstil, z. B. hinsichtlich Ernährung und Bewegung, an Bord oft nur schwer umsetzbar ist. Die heute üblichen multikulturellen Besatzungen fördern Einzelgruppenbildung und Isolation, zudem sind Schiffsbesatzungen einer Vielzahl weiterer psychischer Belastungen wie Trennung von Familie und Freunden, beruflicher Unsicherheit und teilweise sehr großer Führungsverantwortung ausgesetzt sind. Die sich daraus ergebenden Herausforderungen für die moderne Maritime Medizin werden anhand von Studienergebnissen aus verschiedenen Untersuchungen von Schiffsbesatzungen – etwa der Hamburg Seafarer Study – auf der DGAUM-Tagung 2017 diskutiert.

Die Stromerzeugung in sog. Offshore-Windparks in Deutschland unterliegt seit ihrem Beginn im Jahre 2007 einem stetigen Wachstum. Dementsprechend nimmt die Anzahl der Beschäftigten in der Offshore-Industrie kontinuierlich zu. Gegenwärtig arbeiten etwa 5.000 Beschäftigte direkt auf Offshore-Plattformen. Offshore-Arbeitsplätze stellen hohe Anforderungen an die körperliche Verfassung und Fitness der Beschäftigten und sind zudem durch Abgeschiedenheit, schwere Zugänglichkeit im Meer und Zyklen mit langen Arbeitszeiten, Schichtarbeit und eingeschränkten Erholungsmöglichkeiten charakterisiert. Aufgrund ihres jungen Alters bestehen in der Offshore-Windindustrie derzeit Erkenntnislücken im Sicherheits- und Gesundheitsmanagement von Beschäftigten. Die DGAUM-Jahrestagung 2017 nimmt dies zum Anlass, erste Erkenntnisse aus einem vom BMBF geförderten Forschungsverbund zum Thema Arbeitssicherheit und Gesundheit in der Offshore-Windkraft vorzustellen und zu diskutieren.

Kontakt:

Prof. Dr. med. Volker Harth

Zentralinstitut für Arbeitsmedizin und Maritime Medizin (ZfAM)

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Seewartenstr. 10

20459 Hamburg

Tel.: +49 (0) 40 / 428 37 4300

Fax: +49 (0) 40 / 427 31 3393
E-Mail: volker.harth@noSpam.bgv.hamburg.de


Über DGAUM:

Die DGAUM wurde 1962 gegründet und ist eine gemeinnützige, wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft der Arbeitsmedizin und der klinisch orientierten Umweltmedizin. Ihr gehören heute über 1000 Mitglieder an, die auf dem Gebiet der Arbeitsmedizin und Umweltmedizin arbeiten, vor allem Ärztinnen und Ärzte, aber auch Angehörige anderer Berufsgruppen wie etwa Natur- und Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Die Mitglieder der Fachgesellschaft engagieren sich nicht nur in Wissenschaft und Forschung, um so bereits bestehende Konzepte für die Prävention, die Diagnostik und Therapie kontinuierlich zu verbessern, sondern sie übernehmen die ärztliche und medizinische Beratung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern an der Schnittstelle von Individuum und Unternehmen. Darüber hinaus beraten die Mitglieder der DGAUM alle Akteure, die ihren Beitrag zu der medizinischen Versorgung leisten und auf Fachwissen aus der betrieblichen Gesundheitsförderung und Prävention, der arbeits- und umweltbezogenen Diagnostik und Therapie, der Beschäftigungsfähigkeit fördernden Rehabilitation sowie aus dem versicherungsmedizinischen Kontext angewiesen sind.

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