Ehrenpreis der DGAUM an die Abteilung Arbeitsmedizin und Gesundheitsschutz der BASF

Der Präsident, Professor Drexler (2.v.r.), und der Vizepräsident, Professor Letzel (re.), überreichen den Ehrenpreis der DGAUM an den Leiter der Abteilung Arbeitsmedizin und Gesundheitsschutz der BASF, Professor Lang (2.v.l.), sowie an Frau Dr. Beate Ehle, Bereichsleitung EHS der BASF SE (li.).

Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin würdigt 150 Jahre Engagement im betrieblichen Gesundheitsschutz und der Prävention

Den Ehrenpreis der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) erhält in diesem Jahr die Abteilung Arbeitsmedizin und Gesundheitsschutz der BASF SE in Ludwigshafen am Rhein. Der Präsident der DGAUM, Professor Dr. med. Hans Drexler, hat am Montag, 6. Juni 2016, in Ludwigshafen am Rhein die Auszeichnung an den Leiter der Abteilung Arbeitsmedizin und Gesundheitsschutz, Professor Dr. med. Stefan Lang, überreicht.

Mit dieser Entscheidung würdigt der Vorstand der DGAUM, dass die Abteilung Arbeitsmedizin und Gesundheitsschutz der BASF, akademische Lehrpraxis der Universitätsmedizin Mainz, auf 150 Jahre erfolgreiche Arbeit in Wissenschaft und Praxis zurückblicken kann: Sie hat während dieser langen Zeit immer wieder hervorragend und innovativ ihre Aufgabe im Bereich der Förderung und Erhaltung der Gesundheit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern am Arbeitsplatz wahrgenommen. Zudem hat sie die Arbeitsmedizin mit einer Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen und Publikationen bereichert. BASF agiert in der betrieblichen Praxis wie in der Wissenschaft auf einer großen Bandbreite von Themen mit hoher Exzellenz: Dies reicht von der arbeitsmedizinischen Vorsorge und Beratung über Gesundheitsförderung und Akutmedizin bis hin zu Epidemiologie und Biomonitoring. Allein in den zurückliegenden fünf Jahren hat die Abteilung über 100 wissenschaftliche Publikationen in nationalen und internationalen Fachzeitschriften publiziert. Die Abteilung hat zudem Vorbildfunktion für betriebsärztliche Einrichtungen sowohl in der Großindustrie als auch für die arbeitsmedizinische Betreuung von Mitarbeitern in mittleren und kleinen Unternehmen. Die Abteilung ist für BASF zuständig für die Vorgabe und Auditierung weltweit gültiger Standards, Beratung von Standorten bei der Umsetzung sowie die arbeits- und notfall-medizinische Betreuung des weltweit größten Chemie-Standorts in Ludwigshafen mit rund 39.000 Mitarbeitern. Mit dem Health Performance Index hat die BASF-Arbeitsmedizin ein Instrument zur Erfolgsmessung ihrer Arbeit entwickelt, das zudem transparent die Anforderungen der Global Reporting InitiativeTM erfüllt.

150 Jahre Arbeitsmedizin bei BASF

Die Erfolgsgeschichte der Abteilung Arbeitsmedizin und Gesundheitsschutz der BASF in Ludwigshafen beginnt im Jahr 1866. Damals ist der 43-jährige Mediziner Dr. Karl Knaps aus Ludwigshafen der erste Werksarzt der „Badischen Anilin- & Sodafabrik“ und der erste Fabrikarzt der chemischen Industrie in Deutschland überhaupt. Mit ihm beginnt vor 150 Jahren die Geschichte der Arbeitsmedizin bei der BASF. Allerdings unterscheiden sich seine Aufgaben noch stark von der heutigen, modernen Arbeitsmedizin. Steht heute das Thema Prävention im Vordergrund, hatte der erste Werks- oder Fabrikarzt noch mit ganz anderen Problemen zu kämpfen: Er versorgte Unfälle, die durch unzureichend gesicherte Maschinen verursacht wurden und erforschte unbekannte Krankheiten, die durch neue Produktionsprozesse und Chemikalien ausgelöst wurden. Hinzu kamen Einstellungs­untersuchungen und die Behandlung von Krankheiten, die damals weit verbreitet waren, wie etwa die Tuberkulose. War Knaps 1866 noch für 135 Arbeiter zuständig, musste sein Nachfolger Dr. Ludwig Ney ab 1871 schon mehr als 1.100 Arbeiter und sogenannte Beamte (Angestellte) medizinisch versorgen. Mit der Zahl der „Aniliner“ wächst deshalb im Laufe der Zeit auch die Zahl der Fabrikärzte, Heilgehilfen und Pflegeschwestern.

Heute ist die Abteilung Arbeitsmedizin und Gesundheitsschutz der BASF SE in einem international aktiven Unternehmen eingebunden und verfügt über 150 Mitarbei­terinnen und Mitarbeiter, darunter 27 Ärztinnen und Ärzte in Ludwigshafen, sowie ein weltweites Ärzte-Netzwerk. Anders als 1866 stehen heute die betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention, die weltweite Zusammenarbeit sowie aktuelle Herausforderungen wie der demografische Wandel im Zentrum des Handelns der BASF-Arbeitsmediziner. 2015 wurde die BASF mit dem Exzellenz-Zertifikat des BKK Dachverbands ausgezeichnet. Dieser Preis würdigt das ganzheitliche Gesundheitsmanagement der BASF sowie innovative Projekte in der betrieblichen Gesundheitsförderung.

Ehrenpreis der DGAUM

Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) e.V. hatte im Jahr 2012 den Beschluss gefasst, einen Ehrenpreis zu stiften, der an Einzelpersonen oder Institutionen verliehen werden kann, die die Arbeitsmedizin und Umweltmedizin nachhaltig unterstützten bzw. sich anderweitig außerordentlich für die Belange der Arbeitsmedizin und der Umweltmedizin eingesetzt haben. Diese Auszeichnung der Fachgesellschaft kann unabhängig von der Jahrestagung der DGAUM verliehen werden. Der DGAUM gehören vor allem Ärzte, aber auch Natur- und Sozialwissenschaftler an, die auf dem Gebiet der Arbeits- und Umweltmedizin arbeiten. Die über 1.000 Mitglieder der medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaft, darunter die Lehrstuhlinhaber der arbeitsmedizinischen Institute an deutschen Universitäten und Universitätsklinika, engagieren sich nicht nur in Wissenschaft und Forschung, um so bereits bestehende Konzepte für die Prävention, die Diagnostik und Therapie kontinuierlich zu verbessern, sondern sie übernehmen die ärztliche und medizinische Beratung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern an der Schnittstelle von Individuum und Unternehmen. An der Schnittstelle zur betriebsärztlichen Praxis arbeitet die DGAUM eng mit den beiden betriebsärztlichen Berufsverbänden VDBW und BsAfB zusammen.